Von Cochabamba nach Cancún

„Klimakuriere“ der AG Energie von Attac Berlin überbrachten anlässlich der UN-Klimakonferenz in Mexiko zentrale Forderungen des alternativen Klimagipfels in Cochabamba (Bolivien) im Frühjahr 2010 an die Botschaften teilnehmender Staaten in Berlin.

Als Teil der bundesweiten Kampagne „Klimakuriere – von Cochabamba nach Cancún“ stellte eine kleine Delegation von Klimaaktivisten von Attac Berlin zentrale Forderungen eines alternativen Klimaabkommens verschiedenen Botschaften in Berlin zu. Ziel dieser Kampagne, die parallel zu den Klimaverhandlungen in Mexiko in verschiedenen Städten in Deutschland startete, ist es, die teilnehmenden Staaten daran zu erinnern, dass ein anderes Klimaabkommen noch möglich ist.

Während bei den Verhandlungen in Mexiko bereits die kleinsten Fortschritte als Erfolge verkauft werden, reicht einer wachsenden Zahl von Klimaaktivisten das politische Limbotanzen nicht aus. Deswegen wird die Messlatte für eine tragfähige Klimakonferenz bewusst hoch gesetzt. Nur eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1 0C, sowie eine Reduzierung der Emissionen um mehr als 50% bis 2017 kann den Klimawandel noch begrenzen. Darüber hinaus sollen sich gerade die Industriestaaten, die in der Vergangenheit den Treibhausgasausstoß wesentlich verursacht haben, an neue Realitäten gewöhnen. Klimaflüchtlinge sind anzuerkennen. Statt immer neuer Emissionshandelsmodelle sollen 6% des Bruttoinlandsprodukts der Industrieländer für die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern bereitgestellt werden.

Klimakuriere vor der Amerikanischen BotschaftUm diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen wurden am Vormittag des 7. Dezembers gerade die Botschaften der G8-Staaten und des Gastgeberlandes Mexiko, sowie das Bundesumweltministerium ausgesucht. Dabei überbrachten die Aktivisten von Attac das einseitige Anschreiben an die jeweiligen Botschafter klimafreundlich als „Klimakuriere“ mit dem Fahrrad.

Einer persönlichen Zustellung verweigerten sich die diplomatischen Vertretungen der Russischen Föderation, Japans und der USA. Während die Russen mit einem klaren „Nein“ auf den Postweg verwiesen, empfahlen die Amerikaner den ungebetenen Besuchern, sich zunächst per Email an die Botschaft zu wenden. Nach Bearbeitung bekäme man dann einen Ansprechpartner genannt, an den man dann sein Anliegen postalisch zusenden könne. Eventuell werde man aber auch in die Niederlassung in die Clayallee geschickt. Nun, hier wurde verständlich, warum die Unterzeichnung eines internationalen Klimaabkommens Jahre Klimakuriere vor der Japanischen Botschaftdauern kann. Die Japaner hingegen brauchten lediglich 10 Minuten und eine Reihe interner Telephonate, um das Anliegen freundlich, aber bestimmt abzuweisen.

Nicht so die Engländer, Franzosen und Kanadier. Hier leitete ein gut geschulter Sicherheitsdienst Besucheranliegen professionell weiter. Am charmantesten nahmen sich die Italiener der Sache an. So wurde der „Zusteller“ von einer Referentin des Botschafters empfangen. Auch das Gastgeberland Mexiko zeigte sich ohne Umweg über aufwendige Sicherheitsvorkehrungen entgegenkommend und nahm die Botschaft an.

Gehör wird die Botschaft der Klimakuriere sicher nicht finden. Doch mach es durchaus Sinn, die Teilnehmenden Staaten der Klimakonferenz mit alternativen Forderungen zu konfrontieren.

 

Text: Jens-Martin Rode / Bild: Elke Röder, Jens-Martin Rode

 

Link:    http://klimakuriere.wordpress.com/

 

 

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